Warum Kalim nicht für Features zahlt
Kalim in Traphouse für Apple Music

Kalim ist zusammen mit dem Peso-Gründer Justin in der zweiten Ausgabe von DJ Jeezys und Jean-Claude Mpassys "Tastemakers"-Format zu Gast. Dort sprechen der Hamburger Rapper und der Fashion-Influencer über Storys aus ihrem Leben. Bei dem Thema Features und Kollaborationen hat Kalim eine starke Meinung. Für Feature-Parts riesige Geldsummen zu zahlen, ist im amerikanischen Rap-Game weit verbreitet. Hier in Deutschland scheint es verbreiteter zu sein, auf freundschaftlicher Basis an gemeinsamen Tracks zu arbeiten. Für Kalim ist das auch gut so.

Kalim: Für Features zahlen zu müssen "ist Disrespect für mich"

Für Kalim seien Features oft eine Ehrensache. Als Beispiel nennt der "T.O.T.Y."-Rapper, dass er im April einen Remix für den Baby Gang-Song "Mentalité" gemacht hat. Der italienische Rapper hat jeweils Remixes mit verschiedenen europäischen Rap-Artists gemacht. Kalim habe zwar im Anschluss Geld für den Feature-Part erhalten, das war aber nicht der Grund, warum er den Baby Gang-Track gemacht hat:

"Ich hab meinen Part dazu beigetragen. [...] Aber das war für mich gar nicht von Relevanz, dass ich dafür Geld bekommen habe. Ich war mehr erfreut, dass ich diesen Remix machen konnte, weil ich den Song so feier."

Im Gegensatz zu Features mit amerikanischen Artists hätten innereuropäische Kollaborationen für beide Parteien positive Effekte, so Kalim. Als Beispiel zählt das ehemalige Alles oder Nix-Signing Luciano auf, der regelmäßig mit internationalen Stars kollaboriert:

"Wenn Luciano, der so in Deutschland poppt, jetzt ein Feature mit einem UK-Artist macht, das ist nicht nur einseitig für Luciano von Vorteil. Bro, das ist auch für die Leute aus UK zu 100 % von Vorteil, weil die ihre Musik nach Deutschland tragen."

Für DJ Jeezy zählt dabei Luciano-Song "Bamba" als Paradebeispiel, da er mit knapp 167 Millionen Streams auch einer der meistgehörten Songs von den Feature-Gästen BIA und Aitch ist. Superstars aus Amerika wie Drake hätten auf der anderen Seite jedoch keinen Vorteil dadurch, ihre Featureparts gratis abzugeben, da ihr Bekanntheitsgrad in Deutschland meist schon gegeben sei.

Dass aber auch nicht alle Rap-Artists aus UK so kulant sind, habe Kalim am eigenen Leib erfahren. Der Hamburger berichtet in der Talkrunde über einen eigentlich schon fertigen Song mit dem britischen Drill-Rapper Digga D. Kalim habe den Track mit seinem Part in Richtung Digga D gesendet, nur um im Anschluss eine unangenehme Antwort seines Labels zu bekommen. Plötzlich habe das Management des UK-Rappers "10 oder 15.000 Euro" für den Feature-Part verlangt. Da habe Kalim dann die Reißleine gezogen.

"Nein. Mache ich nicht. Du willst Geld dafür haben? Bruder, wer bin ich? Wie kommst du dem anderen Künstler dann vor? [...] Wenn du jetzt von mir Geld willst, nur weil ich mit dir einen Song machen darf, dann ist das Disrespect für mich."

DJ Jeezy gibt Kalim insofern Recht, dass ein Feature "cooler" rüberkomme, wenn man sehen kann, dass es organisch entstanden sei. 

Den ganzen Talk, in welchem sich DJ Jeezy, Justin, Kalim und Jean-Claude auch über Central Cee, Prada und die deutsche Mentalität unterhalten, könnt ihr euch hier anschauen. Ab 01:27:47 sprechen die vier über Features:

Wer wissen will, was so ein Feature mit amerikanischen Rap-Stars kostet, kann das hier erfahren:

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