"Einfach zu viel": Wie Harris sein Alkoholproblem in den Griff bekommen hat
 

 

Immer mehr Rapper lassen tiefe Einblicke in ihren persönlichen Struggle zu. Nach Sido, Samra und Bushido öffnet sich nun das Berliner Urgestein Harris. Gegenüber Simon von Deutschrap ideal spricht der Spezializtz über sein Alkoholproblem, Depressionen und seinen Ausweg aus der Sucht.

Drogenprobleme: Harris suchte sich Hilfe

Seit 2021 hält Harris nach eigener Aussage Abstand von Drogen und Alkohol. Es sei einfach "zu viel, einfach zu viel" geworden. Der Kreuzberger ist seit etlichen Jahren erfolgreich als DJ unterwegs. Im Zuge der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen ging auf diesem Feld eher wenig. Aus regelrechter "Panik" vor einem weiteren Lockdown habe Harris schließlich das Maß beim Konsum verloren.

"In Berlin waren viele Daytime Partys – da warst du teilweise ab 12 Uhr schon am Saufen."

Harris habe begonnen, gegen seine eigenen Richtlinien vor dem Auflegen zu verstoßen. Auch sei ihm vieles immer egaler geworden. Termine hätte er mitunter nicht mehr wahrgenommen, "weil man einen Kater hat." An diesem Punkt sei es für ihn "kritisch" geworden. Freunde sollen sich zudem besorgt geäußert haben. Körper und Kopf hätten irgendwann kapituliert – ein "kompletter Breakdown" sei das laut Harry gewesen. "Ich muss jetzt Stopp machen", habe sich als Erkenntnis durchgesetzt.

"Wenn du dann da liegst, weil du zwei Tage durchgesoffen und Drogen genommen hast und dann zu Hause liegst und denkst, dein Leben ist so scheiße, dann ist das nicht mehr lustig."

Nach mehreren Rückfällen in alte Verhaltensmuster habe Harris sich schließlich Hilfe gesucht. Er sei zu Selbsthilfegruppen gegangen. "Austausch ist das Beste", habe er für sich festgestellt. Es sei ihm hauptsächlich darum gegangen, sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen. "Ich hab' gesoffen, seitdem ich 14 war." Um die 30 Jahre Alkoholkonsum gehen nicht spurlos an einem vorbei. Schon vor einiger Zeit habe Harry angefangen, sich bewusst einzuschränken – immer im November. Seine mitunter starken Entzugserscheinungen hätten ihm dort bereits gezeigt, welche Dimension das Ganze angenommen habe. Stand jetzt glaube Harris jedoch nicht, dass er noch einmal so "hardcore abdrifte".

Durch die Corona-Pandemie ist Harris auch wieder zum Rappen animiert worden. Sein neues Album "Tait Eita!" soll am 17. Februar 2023 erscheinen. Die letzte Platte des Berliners liegt schon mehr als zehn Jahre zurück. "Der Mann im Haus" erschien 2010.

Das komplette Interview könnt ihr hier sehen:

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