Nach 24 Jahren: Black Star mit dem nervigsten Release des Jahres
Black Star

 

Knapp 24 Jahre ist es her, dass Yasiin Bey (aka Mos Def) und Talib Kweli als Black Star ihr gleichnamiges Kollaboalbum veröffentlichten. Heute ist quasi über Nacht ein neues Werk der beiden gedroppt, mit dem für die lange Wartezeit passenden Namen "No Fear of Time". Bei Spotify & Co. wird man allerdings leider nicht fündig. Die beiden haben sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, um ihre Fans zu therapieren.

Black Star droppen Album exklusiv über Podcast-Plattform

Das neun Songs starke Projekt ist aktuell nur über Luminary hörbar. Zumindest auf legalem Weg. "Luminary?" dürfte sich jetzt der eine oder andere fragen. Bei der Plattform handelt es sich um einen Audiostreaming-Anbieter für exklusive Podcasts. Unter anderem Russel Brand, Trevor Noah und Dave Chappelle veröffentlichen ihre Shows über Luminary. Letzterer ist in diesem Jahr auch als Investor mit eingestiegen, was erklären dürfte, warum seine beiden guten Freunde ihr Album dort veröffentlicht haben. Aktuell kann man entweder für knapp 5 Dollar monatlich oder für 35 Dollar jährlich abonnieren.

Das Intro gibt es immerhin kostenlos auf YouTube:

Alles in allem eher nervig das Ganze. An so einer Exklusivität hängt schließlich immer auch ein nicht zu verachtender Rattenschwanz an Unannehmlichkeiten. Neben den offensichtlichen Abo-Kosten muss außerdem eine extra App her und für Playlisten kann man die Songs ebenfalls vergessen. Alles Dinge, die eigentlich Probleme der Vergangenheit sein sollten.

Dass Künstler*innen unzufrieden mit der Bezahlung bei Streamingdiensten sind, ist verständlich. Ebenso der Wunsch, dass man mit seiner Kunst etwas verdienen möchte, ohne mit irgendwelchen Anzugträgern zu teilen. Als Konsument und Fan kommt man dennoch nicht umhin, sich gemolken zu fühlen. Denn ein einmaliger Kauf wird einem auch verwehrt. Stattdessen müsste man circa 175 Dollar zahlen, wenn man über fünf Jahre verteilt immer mal wieder in das Album hören möchte. Ist das ein wirklich fairer Preis?

Black Star auf Madlib-Beats

Das Ganze ist umso unerfreulicher, da das Album auf dem Papier wirklich nach etwas klingt. Yasiin Bey und Talib Kweli rappen auf Beats, die von einem Madlib in Bestform produziert wurden. Alleine die Aussicht auf ein "Don"-Sample lädt eigentlich zumindest mal zum Reinhören ein. Eein starkes Black Thought-Feature setzt all dem dann die Krone auf.

Für alle, die keinen Bock auf neue Abos haben, bleibt immerhin das Debütalbum aus 1998:

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